Warum die Rennstrecke für jeden Fahrer gut ist…

Rennstrecken TrainingJeder Motorradfahrer kann und sollte auf die Rennstrecke. Das ist meine feste Meinung. Nicht um Rundenrekorde zu brechen oder weil es unglaublich viel Spaß macht (und den macht es), sondern auch um sein Fahrkönnen zu verbessern und sein Motorrad in Situationen zu bewegen, die im Straßenverkehr unverantwortlich wären.

Ja ich weiß, nicht jeder ist für das „Schnellfahren“ mit dem Motorrad gemacht und einige wollen es garnicht. Sie wollen entspannt fahren und der Reiz sein Motorrad an Grenzen zu führen ist für sie nicht die treibende Kraft hinter dem Motorradfahren. Das ist absolut in Ordnung für mich. Doch ist es ein Irrtum das Fahren auf einer Rennstrecke automatisch mit schnellem Fahren gleichzusetzen. Den Sinn an einem Sicherheitstraining auf einem Verkehrübungsplatz stellt im Gegensatz dazu keiner in Frage. Es gibt genug Anbieter, deren Gruppierung es erlaubt auch für langsame Fahrer in teils Instruktor geführten Gruppen die Rennstrecke zu befahren. Man sollte es also eher als Sicherheitstraining auf der Rennstrecke sehen. Nicht mit dem Ziel Höchstgeschwindigkeiten zu erreichen, sondern Sicherheitsreserven zu schaffen und dem Fahrer genau das zu ermöglichen, was er anstrebt. Entspannt zu fahren.

Die Rennstrecke bietet ein kontrolliertes Umfeld um sich an Grenzen heranzutasten. Es hat Streckenposten, Ärzte und jede Runde (wahrscheinlich) gleiche ideale Bedingungen. Diese wiederkehrenden Abläufe und Gegebenheiten erlauben es uns, bewusst an Dingen wie Blickführung, Sitzposition, Schräglage und Linienwahl zu feilen und wieder und wieder und wieder zu üben. Das ist es, was uns lernen lässt. Nur was verinnerlicht ist, kann in überraschenden Situationen abgerufen und umgesetzt werden.

Ein Beispiel hierzu. Ich1_original habe mich mit einem befreundeten Motorradfahrer unterhalten. Das Thema waren die Klischeebehafteten „Angststreifen“ an seinem Hinterrad. Der Mann, ein erfahrener Fahrer jenseits der 40 ist fest davon überzeugt, dass er sich durch seine zurückhaltende Fahrweise Reserven im Notfall schafft. Das ist erst einmal eine richtige Aussage. Auf die Rückfrage ob er denn höhere Schräglagen auch schonmal bewusst in Sicherheits- oder Schräglagentrainings trainiert hätte, kam ein Nein als Antwort. Ab hier dürfte der Fall klar sein. Der Mann wird in einer Schrecksituation nicht in der Lage sein, seine Schräglage über sein gewohntes Limit hinaus zu steigern. Erst die Regelmäßige Übung ermöglicht uns die Umsetzung.

Und hier kommt wieder die Rennstrecke ins Spiel. Beim Trainieren von Blicktechnik und Linienwahl purzelt über den Tag eine höhere Schräglage ganz automatisch als Nebenprodukt heraus. Wer sich sicher fühlt, fährt locker. Wer locker fährt, fährt besser. Es gilt sich nur zu trauen und die Vorurteile wie auch die Bedenken (ich könnte ja hinfallen auf der Rennstrecke) hinter sich zu lassen.

Philip

Eine Antwort auf „Warum die Rennstrecke für jeden Fahrer gut ist…“

  1. Super geschrieben und ganz meine Überzeugung.
    Daher setzte ich mich seit 2007 mit Sicher-am-Limit für das Thema Schräglage und Sicherheit ein.
    Nahezu gefahrloses Schräglagetraining durch unsere speziell für das Training umgebaute Motorräder.

    Grüße Jörg

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